Die erste gedruckte Ausgabe des deutschsprachigen Scrapbooking Magazins Scrap-Artzine ist seit ca. 4 Wochen auf dem Markt erhältlich - Zeit für uns eine Rezension zu veröffentlichen.
Mit einem Verkaufspreis von 6,90 Euro ist sie sicher nicht ganz billig und bewegt sich im Preissegment amerikanischer Scrapbookingzeitschriften. Aber kann sie sich auch mit diesen messen, bzw. was kann man von ihr erwarten?
Die Zeitschrift soll in Zukunft im vierteljährigen Turnus erscheinen und wird im Eigenverlag publiziert.
Der Leser findet in dieser Ausgabe eine bunte Mischung von Layouts, Erklärungen zu Bastelideen, Produkterklärungen, eine Buchkritik, eine Shopvorstellung, Ideen, Layout Step by Step, Digitale Layouts, Preisausschreiben, Vorstellung von Scrapbookern, Werbung von Scrapbookingshops.
Die erste Ausgabe fällt mit 68 Seiten sicherlich noch etwas mager aus und erscheint auch noch etwas unübersichtlich und unstrukturiert. Hier greift der Spruch „weniger ist mehr“ und würde der Leserlichkeit und der Geltung einzelner Layouts sicher gut tun.
Was jedoch am meisten auffällt ist, dass keine klare Trennung zwischen Printmedium und Onlinepublikation erfolgte. Beispielsweise der Artikel über eine französische Scrapbookerin „Nathe“ (ein reiner Onlinenick) ist gespickt mit Online-Nicks, die nur Hardcore-Online Surfern etwas sagen. Vergeblich sucht man den kompletten Namen der Dame (Vorname Natacha) und nach der Herstellerliste für ihr gezeigtes Layout.
Das Thema, mehr Struktur und weniger Layouts auf einer Seite wurde ja schon erwähnt. Gleichzeitig wäre eine Erläuterung zu den Hintergründen, Besonderheiten und Techniken der einzelnen Layouts wünschenswert.
Die Zeitschrift wurde von mehreren Anfängern angeschaut und gelesen. Einhelliges Echo – der Schreibstil erinnert zu sehr an Schulaufsätze, bzw. ist sehr leger. Er ist zu wenig einem Printmedium angemessen. Eine Ausnahme bildet der Artikel von Maren Thunert über die CHA. Vielleicht gibt es hier die Möglichkeit, dass die Macher in Zukunft professionelle Hilfe einholen.
Eine gründlichere Recherche, mehr Struktur, (weniger grelle Farben), soliderer Schreibstil, Erklärungen für Anfänger, ein Magazin auch für Nicht-Insider - die Zeitschrift ist den Kinderschuhen noch nicht entwachsen und es gibt noch viel zu tun. Aber wir freuen uns das es eine regelmässig erscheinende deutschsprachige Scrapbookingzeitschrift auf dem Markt gibt und wünschen uns sehr, dass die Macher einige Kritikpunkte in der nächsten Ausgabe umsetzen.
EDIT: Nach dem Kommentar von Daniela möchten wir noch einmal klar stellen, dass es sich hier um eine Rezension handelt die den Inhalt des Magazins betrifft und das Preis-Leistungsverhältnis welches den Leser erwartet. Über Mut etc. kann in anderen Plattformen diskutiert werden, hat aber im Rahmen einer Rezension nichts zu suchen.
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